Deutsch English
TheodorvonHörmann(1840 - 1895)

Biografie

Hörmann (Porträt von Viktor Krämer)

Theodor von Hörmann, der als erster und einziger Impressionist Österreichs gilt,  wird am 13. Dezember 1840 in Imst in Tirol geboren. Er schlägt die Laufbahn eines Berufsoffiziers ein und unterrichtet in verschiedenen Militärschulen neben Turnen und Fechten auch Freihandzeichnen. 

 

Ab 1869 sind erste künstlerische Versuche bekannt, zu Beginn Kopien nach Farbdrucken, bald danach Ölbilder. Ab 1872 – Hörmann ist zu diesem Zeitpunkt bereits 33 Jahre alt und bisher Autodidakt – wird er Schüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter Eduard von Lichtenfels. Jüngere Schüler des Jahrgangs sind u.a. Hugo Charlemont und Hugo Darnaut; er hat Kontakt zum wichtigsten österreichischen Landschaftsmaler dieser Zeit, Emil Jakob von Schindler. Hörmann bildet sich in anderen Schulen weiter. Er wird 1884 wegen seiner starken Kurzsichtigkeit aus dem Militärdienst ausscheiden und freischaffender Maler werden. Im selben Jahr heiratet er Laura Bertuch.

Hörmann mit seiner Frau

Hörmann unternimmt Studienreisen und beteiligt sich an zahlreichen Ausstellungen. Sein Pinselstrich wird zunehmend freier und impressionistischer, die Farbskala heller. 

 

Die Begegnung mit den französischen Impressionisten auf der Wiener Weltausstellung 1873 regt ihn dazu an, nach Frankreich zu ziehen. Er lebt und arbeitet dort von 1887 – 1890 und wird, zumeist in der freien Natur, in Paris, Fontainebleau, Barbizon wie auch in Jersey und Guernsey malen. 

 

Zurück aus Frankreich ziehen Hörmann und seine Frau von 1890 – 1894 nach Znaim an der Thaya. Die farbensprühenden Bilder der Esparsettenfelder rund um Znaim nehmen in seinem Werk eine besondere Stellung ein.

 

Hörmann reicht während dieser Zeit wiederholt Bilder für Ausstellungen an Wiener Einrichtungen ein, seine Werke werden jedoch regelmäßig abgelehnt. Das Unverständnis der Wiener Kunstkritiker und des Publikums setzt dem Maler zu. Er fährt nach Dachau, wo er im Dezember 1892 gemeinsam mit seinem früheren Akademiekollegen Adolf Hölzel im Münchner Kunstverein ausstellt. Ein Jahr später gelingt es Hörman erstmals, im Wiener Künstlerhaus auszustellen: er ist mit 38 Bildern vertreten.

Hörmanns Ehrengrab am Zentralfriedhof

Hörmann bereist 1894 gemeinsam mit den Malerkollegen Johann Victor Krämer und Josef Engelhart Sizilien und Venedig. Der Künstler bezieht ein Atelier am Neuen Markt in Wien. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehens: seine Pläne einer Galerie für moderne Kunst wird er nicht mehr umsetzen können, er kann jedoch als Vorkämpfer der Wiener Sezession, die 1897 gegründet werden wird, gesehen werden. 

Theodor von Hörmann stirbt am 1.Juli 1895 in Graz. Er erhält ein vom Bildhauer Richard Tautenhayn gestaltetes Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof. 

 

Die Nachlassausstellung im selben Jahr umfasst 235 Werke des Malers; posthum erhält Hörman viel positives Echo. 1899 wird sein künstlerischer Nachlass versteigert; mit einem Teil des Erlöses wird ein Wunsch Hörmanns verwirklicht und eine Stiftung für junge Künstler errichtet.